Hani iftar vaktine yakın susar ya insan,
yokluğun o denli yakıyor beni.
Söyle ne zaman okunur burda ezan,
Bir yudum su gibi özledim seni….
Can Yücel
Kinobesuch und andere Kuriositäten
Posted: 6. Januar 2010 in AllgemeinesTags:Film, Freund, Kassenautomat, Kino, Kurioses, Männerherzen, Til Schweiger, Zweiohrküken
Gesagt, getan. Als wir dann an der Kasse standen, stellte ich fest, dass der Film erst in zwei Tagen anlaufen sollte. Da mir aber nach einer Schnulze war, entschied ich mich für „Männerherzen“, ohne meiner Begleitung überhaupt ein Veto-Recht einzuräumen.
Soweit alles noch sehr unspektakulär. Der Film ebenfalls.
Am Kassenautomaten angekommen, wir waren die Ersten, die den Saal verlassen hatten, versuchte ich mit aller Macht und brachialer Gewalt, das Parkticket in den entsprechenden Schlitz zu drücken. Zu meiner Verwunderung tat sich aber auf der Digitalanzeige nichts. Mein Ticket war doch bis zum Anschlag im Automaten. Mein Freund, der sich für mich scheinbar schon fremdschämte, versuchte nun mit mir zusammen, das Ticket wieder aus besagtem Schlitz zu befreien. Denn die Schlange hinter uns wurde immer länger und die Leute strömten nur so zu den Parkautomaten. Hinter uns stand ein Pärchen, die das Geschehen (mittlerweile fuchtelten wir mit einem Schlüssel) amüsiert beobachteten, gaben uns den Hinweis, dass man das Ticket gar nicht bis zum Anschlag einführen kann und es sich um etwas Anderes handeln muss. Nein, ich war doch nicht blöd! Was sollte es denn bitteschön sonst sein? Die Schlange wurde immer länger. Man sah uns an, als wären wir total verblödet oder Analphabeten. Zwei Schwarzköppe eben.
Letzte Hilfe: der rote Knopf. Es klingelte, aber es passierte nichts. Nach gefühlten 5 Stunden hörten wir dann endlich eine offensichtlich ausländische Stimme. „Ja, hallo?“ „Ja, hallo, wir haben hier unser Ticket im Automaten und der spukt es nicht wieder raus“ schrie mein Begleiter den Automaten an. „Nein, das geht nicht. Sie können das Ticket nicht in den Automaten reinstecken. Das Ticket halten Sie nur dagegen. Glauben Sie mir, das passiert sehr oft. Sie können den da nicht reinstecken“. „ So ein Quatsch. Das Ticket ist doch drin und der spuckt es d e f i n i t i v nicht aus. WIR sind ja nicht doof. Kommen Sie jetzt doch bitte sofort hier her und kümmern sich darum. Das Dingen ist kaputt“ schrie ich nicht nur den Automaten an. Der Parkwächter muss förmlich meinen Atem in seinem Nacken gespürt haben. Er murmelte noch etwas Unverständliches vor sich hin und schrie zurück „Ich komme“. „Herrjee, typisch Ausländer, ist bestimmt ein Türke“ fauchte ich meinen Freund an, dem alles sichtlich peinlich war.
OK. Wir warteten. Und sahen in die verärgerten und genervten 50.000 Augen. Wiederum gefühlte 10 Stunden später kam der Parkwächter. Ja. Er war ein Türke. Er öffnete in aller Seelenruhe den Automaten und holte ein Ticket aus dem Automaten. Ich hatte also doch recht, ich war ja nicht blöd. Dumm nur, dass das Ticket sehr große Ähnlichkeit mit der Kino-Eintrittskarte hatte. Der Wächter würdigte mich keines Blickes, schloss seinen Automaten wieder ab, strafte mit einem bösen Blick meinen Begleiter ab, der bereits in Grund und Boden versunken war (und wahrscheinlich tausend Tode starb) und ging, nicht ohne uns noch einen schönen Abend zu wünschen.
Um meinem Begleiter noch den letzten Rest zu geben, meckerte ich lauthals auf dem Weg zum Parkhaus, wieso er denn bitte nicht aufgepasst habe und er sei sowieso und überhaupt schuld.
Er verließ das Parkhaus mit einem hochroten Kopf, peinlich berührt und der felsenfesten Überzeugung, nie wieder mit mir ins Kino gehen zu wollen und ich mit einem Lachflash, der erst einige Stunden später enden sollte.
Von Bienchen und Blümchen oder: Die Erklärungsversuche eines türkischen Opas
Posted: 20. Oktober 2009 in AllgemeinesTags:Bienchen, Blümchen, Einkauf, Kinder, Opa
Letztes Wochenende war wieder „Nichtentag“. Ich holte meine Nichte Pakize (immernoch 6 Jahre) von einem Kindergeburtstag ab und war gerade dabei, Sie für den Kindersitz zu präparieren, als folgender, von der Familie Naric mittlerweile gefürchteter Satz fiel :„Du Teyze, weißt du was?“. „Nein, mein Schatz, ich weiß nicht“. Pädagogisch nicht einwandfrei, aber wenn diese Frage kommt, bedeutet das für uns immer Alarmstufe „Rot“. Und dem war auch so. „Teyze, Asli hat einen Bruder. Und ich habe eine Schwester. Ich liebe meine Schwester, wirklich, aber ich habe gedacht, dass sie aus Mamas Bauch als Junge rauskommt.“ „Nein, nein, nein, nicht ich!“ dachte ich und mir türmten sich riesengroße Fragezeichen auf, bis mir die zündende Idee kam. „Herzstück, frag doch mal Dede. Der kann dir das bestimmt viiiiellll besser erklären als ich. Der ist auch viel älter und weiß auch viel mehr als ich“. So, das wäre geklärt, dachte ich, denn Dede ist für Pakize der Größte und der Tollste und Beste und Überhaupt, wo gibt! „Ok, dann frag ich Dede. Der weiß eh immer alles besser als Mama und Du“ stammelte sie mittlerweile von der Rückbank rüber. Chapeau Nichte, das saß! Merke Nr. 1: unterschätze nie die Klugheit eines Kleinkindes!
Bei meinen Eltern angekommen, flog die Jacke in Windeseile auf die eine und die Schuhe auf die andere Seite des Flures. „Du, Dede, Dede, weißt du was?“ Ich hörte aus dem Wohnzimmer das geduldige „Was?“ meines Vaters. „Du, Dede, Asli hat einen Bruder. Warum habe ich keinen Bruder. Ich liebe meine Schwester. Ich wollte doch, dass Fatma mein Bruder wird. Aber Dede, ich liebe Fatma. Wirklich. Ähmm… warum ist meine Schwester kein Junge?“ Meine Mutter kam langsam aus der Küche und verfolgte nun diesen Dialog genauso wie ich mit großen Augen und einem sichtbaren, noch größeren Grinsen im Gesicht. Meine Mutter konnte kaum an sich halten. Dede hatte dafür innerhalb von drei Sekunden mindestens 50 gefühlte Schweißperlen auf der Stirn. Wir waren nun alle auf die Antwort, die mit einem grammatikalisch nicht ganz einwandfreien Deutsch folgen sollte, sehr gespannt. „Pakize, dich haben wir bei Real gekauft. Und Fatma bei Rewe. Bei Rewe gab keine Jungen mehr. Deswegen wir haben Fatma mitgenommen.“ „Rot“ erklärt noch nicht ganz die Gesichtsfarbe meines Vaters. Er schien sichtlich erleichtert zu sein und lachte lauthals los. Pakize schien die Antwort aber gar nicht zu gefallen: „Ach, nein Dede. Man kann keine Kinder bei Real und Rewe kaufen. Wir waren in Mamas Bauch wie kleine Würmer. Und nach 9 Monaten sind wir aus Mamas Bauch gekommen. Und Allah hat gesagt, dass ich ein Mädchen werden soll. Und bei Fatma hat er das auch gesagt. Mann Dede, ich dachte du weißt das. Teyze wusste das auch nicht!“ Merke Nr. 2: versuche nie, einem Kleinkind einen Bären aufzubinden! Der Spiegel wird dir eher vorgehalten, als dir lieb ist!
Neulich in: der Fussballwelt
Posted: 6. August 2009 in Borussia Dortmund, BVB, Der 12. Mann, Fussbalfan, Fussball, Herz, Leidenschaft, Türkin, VereinTags:Blog, BVB, Dortmund, Fussball, Fussballfan, Herz, Leidenschaft, Presse, Schwarz-Gelb, Türkei, Verein, Verstand
Welche Farbe hat Dein Herz? Eine Liebeserklärung.
Wenn mir diese Frage gestellt wird, ist es unumstritten: schwarz-gelb! Warum und wieso, werde ich an anderer Stelle bestimmt mal bloggen.
Heute geht es mir aber um etwas Anderes. Deutsche und türkische Medien berichten seit Tagen über die Probleme, die die Schalke-Führungsetage mit der Schalke-Hymne hat. Als ich die ersten Meldungen hierzu gelesen habe, wollte ich es eigentlich für einen schlechten Scherz halten (http://www.ksta.de/html/artikel/1248965020977.shtml). Dem war leider nicht so.
In verschiedenen Foren und Netzwerken, in der Öffentlichkeit, in den Wohnzimmern, in den Büros und natürlich in Gelsenkirchen und unter den Gelsenkirchenern entbrannte eine Vielzahl hitziger Diskussion darüber, wie Schalke 03+1 hier reagieren sollte. Aus der Ferne meldete sich Christoph Daum zu Wort, der dafür plädierte, das Lied umschreiben zu lassen und war für den Dialog „Wir müssen alle unseren Teil dazu beitragen, friedlich miteinander zu leben, trotz des unterschiedlichen Glaubens. Gewalt und Drohungen dürfen keine Rolle spielen.“(http://www.welt.de/sport/fussball/article4255421/Daum-raet-Schalke-die-Vereinshymne-zu-aendern.html).
An dem selben Tag segnete der Zentralrat der Muslime die Hymne ab und Generalsekretär Mayzek „riet jedoch dazu, den Humor zu bewahren – immerhin gebe das Lied eigentlich alles richtig wieder. So gebe der Text zu verstehen, dass Mohammed keine Ahnung von Fußball habe: „Ist ja auch klar, weil er nämlich vor der Erfindung des Fußballs gelebt hat. Also, lassen wir doch die Moschee im Dorf und versuchen, das mit Humor zu nehmen.“ (http://www.welt.de/sport/fussball/article4262455/Zentralrat-der-Muslime-segnet-Schalke-Hymne-ab.html).
Cem Özdemir gab ein Tag später ein Interview, in dem er bestärkte, dass der Prophet nicht verhöhnt werde und fügte hinzu, dass sich die Aufregung in der türkisch-muslimischen Community in Grenzen hielt (http://www.bild.de/BILD/politik/2009/08/06/gruenen-chef-cem-oezdemir/schalker-hymne-verhoehnt-propheten-mohammed-nicht.html).
Fazit der ganzen Aufregung: die Hymne bleibt so, wie sie ist!
Was hat das nun mit meinem schwarz-gelben Herzen zu tun?
1. Die Bundesliga beginnt und meine Wochenenden haben endlich wieder einen Sinn (zugegeben mit dem Thema da oben hat das wenig zu tun)
2. Auch in meinem Umkreis bzw. in meinen Borussia-Netzwerken poppte das Thema „Schalke-Lied“ hoch (man sollte es nicht meinen!Normalerweise Tabu-Thema Nr.1). In vielen anderen Foren ging es bei diesem sensiblen Thema hoch her und es wurde nicht wirklich sachlich diskutiert. Fussball hat wenig mit Sachlichkeit zu tun, es geht hier um Emotionen, keine Frage. Das weiß jeder, der mit dem Thema „Fussball“ annähernd in Berührung gekommen ist. Ein Thread wurde zu diesem Thema eröffnet und man sollte darüber diskutieren, wie man es als Borusse findet. Normalerweise wird in diesem Forum sekündlich gepostet. Hier hielt man sich komischerweise dezent zurück. Drei oder vier verschiedene Menschen hatten hierzu eine Meinung. Ich bin in diesem Forum die einzig weibliche, türkisch-muslimische Anhängerin (von ca. 3.400 Mitgliedern). Eigentlich wollte ich mich nicht zu diesem Thema äußern, tat es aber trotzdem mit folgenden Sätzen:
„Mit schwarz-gelbem Herzen und als Muslima bleibe ich sachlich und sage (und stehe ich hier stellvertretend für ca. 4.-5000 Mitglieder dieser Netzwerkplattform, die türkischer Herkunft sind, teilweise Fußballliebhaber, teilweise Gelsenkirchener Lokalpatrioten, teilweise Deutsche mit türkischem Migrations- hinter- vorder- unter-oder-was-auch -immer-Grund usw. usw. usw.): es ist eine kleine Randgruppe (wie so oft im Leben) die nichts Besseres zu tun hat, als das berühmt berüchtigte Sommerloch zu füllen… Die öffentlichen (türkischen) Stimmen sind da ganz andere und es wird wieder einmal nur polarisiert… Schade, ist aber so! Wer so einem Bull… soviel Raum für Diskussionsstoff lässt, ist selbst schuld! Und ja: es gibt auch in der Bundesliga Menschen (damit meine ich die Schlacke´s), die muslimischer Herkunft sind und nach diesem Lied abgehen, wie Schmitz´ Katze
! Und eigentlich bin ich hier, weil ich das thread fürs Tippspiel suche, kann mir jemand helfen
)??“
Nach diesem thread war das Thema in diesem Forum beendet und ich bekam viele persönliche Nachrichten per email, in denen ich zu diesen Sätzen beglückwünscht wurde (wobei das sicher nicht meine Absicht war). Mein thread entbehrte nicht einer gewissen Provokanz (muss ich aufrichtig gestehen)…
Das ist meine Borussia! Es wird respektiert, andere Meinungen werden akzeptiert, es wird Solidarität bewiesen, nicht polarisiert und polemisiert. Ich bin als vollwertiges Mitglied (als Frau, Türkin und Fußballfan) mit schwarz-gelbem Herzen integriert. Und so soll es sein! Nicht nur beim BVB…
Neulich in: der Kinderwelt
Posted: 4. August 2009 in Atticus, Familie, Kinder, Nichte, T-Shirt, VogelTags:Atticus, Blog, Familie, Kinder, Nichten, Shirts, Vogel
Mein Bruder und ich wurden am Wochenende von unserer Schwester zum Essen eingeladen. Ayk (der Bruder), manchmal sehr „strange“, was die Bekleidung (vornehmlich T-Shirts) anbetrifft, hatte ein rotes T-Shirt mit einem schwarzen Vogel-Print an. Soweit, so gut. Allerdings liegt dieser Vogel auf dem Rücken, die Krallen offensichtlich starr nach oben gestreckt. Als mein Bruder in der Tür stand, hatte unsere Schwester direkt Tränen in den Augen, weil sie an unseren vor 20 Jahren verstorbenen Wellensittich denken musste. Sie hatte den Vogel, der an einer sehr mysteriösen Krankheit litt, gefunden. Dieses Trauma können wir ihr bis heute nicht austreiben.
Unsere jüngere Nichte, nennen wir sie mal Fatma (17 Monate), zeigte direkt mit dem Finger auf den Vogel und versuchte mit ihrer Babysprache und den großen Augen irgendetwas mitzuteilen. Die ältere Nichte, nennen wir sie mal Pakize (6 Jahre) schrie mit einer etwas unsicheren Stimme: Dayi, der Vogel auf deinem T-Shirt ist ja tot! Dayi (schluckte und schaute rat- und hilflos nach links und rechts): Nein Pakize, der schläft nur. Pakize: Nein Dayi, der ist tot!!! Dayi (leicht verzweifelt und in einer offensichtlich misslichen Lage): Nein, wirklich, der schläft! Ein paar Stunden später, ohne Dayi im Zimmer: Teyze, Dayi denkt wirklich, dass der Vogel schläft! Aber der ist doch tot!? Sagst Du ihm das?
Hier die besagte Marke bzw. das Shirt
http://www.groundzeroshop.de/product_info.php?cPath=3_15&products_id=320